5.11.04

Diebold-Gerüchte und Manöverkritik

Daß der überragende Wahlsieg George W. Bushs angezweifelt wird, war zu erwarten. Schon am Morgen nach der Wahl berichteten verschiedene Blogs darüber, daß die von den TV-Sendern am Wahlabend zitierten Exit-Polls sich später in all den Staaten bewahrheitet hätten, in denen keine Diebold-Wahlmaschinen verwendet wurden. In Bundesstaaten mit Diebold-Wahlmaschinen hingegen seien die späteren Wahlergebnisse stark von den Exit-Polls abgewichen. Exit-Polls sind Umfragen unter Wählern, die ihre Stimme bereits abgegeben haben. Am Wahlabend zeigten sie noch einen Sieg von Kerry in Florida und Ohio, wichen von den späteren Wahlergebnissen aber so stark ab, daß mehrere Sender dann angeblich auch ihre Exit-Polls rückwirkend korrigiert hätten. Der landesweit sendende Talkshowmoderator und Buchautor Thom Hartman schreibt heute morgen bereits von möglichem Wahlbetrug.
Die Kolumnistin Arianna Huffington hingegen rückte die Dinge schon am Morgen nach der Wahl zurecht: "Die Wahl wurde nicht gestohlen. Kerry hat sie verloren", schreibt Huffington. Statt einen Wahlkampf der großen Ideen zu führen, in dem die Unterschiede zwischen Bush und Kerry deutlich werden, habe Kerry sich zu sehr um die unentschlossenen Wähler bemüht und dabei einen feigen, rückgratlosen Eiertanz hingelegt. Huffington kennt Wahlkämpfe aus eigener Erfahrung. Sie war unabhänigige Konkurrentin Arnold Schwarzeneggers bei den kalifornischen Gouverneurswahlen.

2 Kommentare:

Um 13:59, Anonymous schreibt...

Es handelt sich u.a., aber nicht auschliesslich um Diebold-Maschinen. Diebold selbst, Republikaner, hatte versprochen, Bush die Stimmen Ohios zu liefern, was natürlich schon einige Fragen offen lässt.

Bei Democratic Underground und ähnlichen Blogs und Foren laufen Diskussionen, ob es denn überhaupt möglich sei, landesweit so zu manipulieren, dass 3 Millionen Stimmen mehr entstehen.

Andererseits scheinen die Wahlmaschinen tatsächlichlich undurchsichte "black boxes" zu sein, weder wurden in Florida und Ohio die abgegebenen Stimmen per Drucker dokumentiert, noch hatte jemals irgendjemand EInblick in die verwendete Software.

Es kann also niemand genau sagen, was exakt in den Maschinen, die auch per Modem am Telefonnetz hängen, und teilweise unter "Windows" (!) laufen, geschah - ausser den republikanischen Firmeneignern.

Diebold hatte ja vor der Wahl geklagt, damit durchgesickerte Schwachstellen der Maschinen geheim bleiben sollten, blackboxvoting.org dokumentiert auf ihren Seiten einen bereits stattgefundenen Wahlbetrug.
Bei Heise.de finden sich einige weitergehende Artikel zum Thema Wahlmaschinen.

Andere Analysen verweisen zB. darauf, dass in manchen (schwarzen) Bezirken Floridas etwa 11% Republikaner und 89% Demokraten als Wähler registriert worden waren, und dennoch plötzlich Bush gewann.

Es stellt sich auch die Frage, ob nach Kerrys Aufgabe ein Anzweifeln des Ergebnisses nicht in den Medien schnell als "unpatriotisch" unter den Teppich gekehrt wird, egal wie berechtigt die Zweifel sind.

Ein Demokrat, nach eigenen Angaben selber Anwalt, ist überzeugt, dass die Anwälte Kerry und Edwards genau wissen, was sie gerade tun. Es wird auf den 13. Dezember als wichtigem Datum verwiesen.

Einige Demokraten sind jedenfalls entschlossen, diesmal nicht so einfach aufzugeben, und glauben, es sei noch etwas "im Busch". Andere resignieren, allerdings viele mit dem Gefühl: "They did it again".

 
Um 17:24, Anonymous schreibt...

Noch eine Grafik zu den exit-poll-Differenzen:
http://img103.exs.cx/img103/4526/exit_poll.gif

Tauchte gestern auf Democratic Underground auf.

 

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