Wie stark sind die Evangelikalen wirklich? (audio)
Welche Rolle spielen die erzkonservativen Christen Amerikas in diesem Wahlkampf wirklich? Mehrere amerikanische Sender sind dieser Frage am vergangenen Sonntag noch einmal nachgegangen. CNN beispielsweise bezifferte die Zahl der sogenannten Born-Again-Christians auf bis zu 40 Prozent der U.S.-Bevölkerung. Eine Zahl, die mir persönlich als viel zu hoch erscheint. Auffällig ist aber, wie sehr der Präsident in diesem knappen Wahlkampf die evangelikalen Christen umwirbt und die Trennung von Staat und Kirche, eine der Grundfesten der amerikanischen Verfassung, ohne Scheu in Frage stellt.
Susan Jacoby, Autorin des Buches "Free Thinkers: A History of American Secularism", gilt als eine der profiliertesten Kritikerinnen einer religiös motivierten Politik George Bushs. "Ich würde den Anteil der fundamentalistischen Christen in den USA zwar nur auf etwa 15 bis 20 Prozent schätzen", sagt Jacoby, "diese 15 - 20 Prozent sind aber die eigentliche Wählerbasis des Präsidenten". In dem Audio-Interview (siehe unten) erinnert Jacoby daran, daß der bisher einzige katholische Präsident der USA, John F. Kennedy, vor seiner Wahl noch öffentlich bekräftigen mußte, daß er seine Politik und seine Religion voneinander trennen könne. "Unter George Bush hat sich das alles geändert", sagt Jacoby und betont, sie sei nicht anti-religiös, sondern lediglich für eine Trennung von Staat und Religion in den USA.
Interview: Susan Jacoby, Autorin von "Free Thinkers: A History of American Secularism". (Englisch, 17 min.)
Real Audio Stream
Windows Media Stream
mp3-Download, 7 MB (rechter Mausklick)
Links:
-->Die "glaubensbasierte Initiative" des Weißen Hauses (offizielle Site)
-->Susan Jacobys "Center for Inquiry-Metro New York
-->The Interfaith Alliance, ein Bündnis zahlreicher Kirchen, die sich wie Susan Jacoby für die Trennung von Staat und Kirche einsetzen.
Artikel:
-->“The White House Wasn’t Always God’s House”, Artikel von Arthur Schlesinger Jr. aus der Los Angeles Times. Schlesinger war enger Mitarbeiter von President Kennedy.
-->“Third player in presidential race: God”, Artikel aus Floridas Palm Beach Post.
-->“The Godly Must be Crazy: Christian-right views are swaying politicians and threatening the environment”, Artikel von Glenn Scherer über die religiösen Endzeit-Visionen verschiedener amerikanischer Politiker und die Folgen für Amerikas Umweltpolitik.

0 Kommentare:
Post a Comment
<< Home